Business Lexikon
Marktwirtschaft
http://www.business-lexikon.de/marktwirtschaft.html

© 2009 Business Lexikon
http://www.business-lexikon.de/

H O T L I N E

0800 25 25 25 62


Marktwirtschaft

Die Marktwirtschaft bezeichnet eine Wirtschaftsform, die arbeitsteilig organisiert ist. Das heißt, dass die Aufgaben in der wirtschaftlichen Gesellschaft und Ordnung von unterschiedlichen Stellen wahrgenommen werden. Die Marktwirtschaft funktioniert über die Verflechtung von Angebot und Nachfrage. Das Angebot, das die Produzenten für den Konsumenten bieten, wird durch dessen Wunsch oder Nachfrage bestimmt. Diese beiden Elemente gehen in einer funktionierenden Marktwirtschaft Hand in Hand. Grundlegende Voraussetzungen für die Marktwirtschaft sind Eigentumsrecht (das heißt, private Produktion und Anhäufung von Kapital sind gestattet), Vertragsfreiheit und eine Wettbewerbsordnung, die vom Staat rechtliche Regeln vorlegt, die allerdings nicht zu regulierend wirken. Die Marktwirtschaft ist klar von der Subsistenzwirtschaft zu trennen, welche vorsieht, dass die Marktteilnehmer nur für sich selbst oder für den Tausch Ware gegen Ware produzieren. In der Marktwirtschaft plant jedes Wirtschaftssubjekt für sich selbst, was bei der Zentralverwaltungswirtschaft nicht der Fall ist. In der Marktwirtschaft werden generell alle Branchen berücksichtigt und auch beeinflusst: Politik, Wissenschaft, Kultur, Astrologie oder Medizin sind nur einige Beispiele.
 

Marktwirtschaft in der Geschichte

Als eine äußerst wichtige Voraussetzung für die Marktwirtschaft gilt die Einführung des Geldes. Bevor in Griechenland die Münze in Gebrauch genommen wurde, herrschte dort vor 400 vor Christus noch die Subsistenzwirtschaft. Man handelte noch Ware gegen Ware oder produzierte Dinge wie Nahrung oder Kleidung weitestgehend für sich selbst. Auch im gesamten Römischen Reich galt Geld als erleichterndes Mittel zum Treiben von Handel und Wirtschaft. Im Mittelalter, also in der Zeit zwischen 500 und 1500 nach Christus, herrschte neben der Naturalwirtschaft, die eben doch auf den Marktplätzen wieder auf Tausch basierten, durchaus ebenfalls die Marktwirtschaft. Die Handwerker waren in Zünften, Verbänden oder Räten organisiert, welche den Handel durch persönliche Verflechtungen und Absprachen in den Städten des Mittelalters regelten. Die Zünfte stellten ein ausreichendes Einkommen für die einzelnen Handwerker der Vereinigungen, sicher indem sie die Anzahl der zugelassenen Produktionsplätze beschränkten. Das Gleichgewicht von Produktion und Konsum wurde also auf diese markteingreifende Maßnahme ins Gleichgewicht versetzt. Diese regulativen Maßnahmen galten auch für den Einsatz vom Diktat über die Produktionsmethoden, das Einsetzen von Werkzeugen oder technischen Innovationen.

 

Marktwirtschaft im Absolutismus

Unsere heutige kapitalistische Marktwirtschaft geht in die Zeit des Absolutismus zurück. Zwischen dem 16. und dem 18. Jahrhundert bildeten sich frühmoderne Staaten heraus, die eine zentralere Gewalt annahmen und zwar in Form von Monarchie, die stärkeren Einfluss auf die Wirtschaftslage nahm. Durch den Aufbau von bürokratischen Einrichtungen und deren Unterhalt wurden bereits erhöhte Mittel an Geld gebraucht. Auch die Schaffung und Instandsetzung von militärischen Einheiten, die erstmals aus stetig zu bezahlenden stehenden Heeren bestand, wurde der Drang zu mehr Geld für den König oder Staat größer. Diese gewünschten Geldmengen wollten die einzelnen Staaten durch eine expansive Geldpolitik erreichen. Man versuchte daher im Außenhandel zu Geldern zu kommen, was für die Händler Europas zwar schon stets gültig war, jedoch erst jetzt immer rigoroser betrieben wurde. Diese damalige Wirtschaftsform, und zwar die des Merkantilismus, scheute sich auch nicht davor, die lokalen Märkte aufzulösen und bis zur Aufgabe zu zwingen. Aus Profitgründen opferte man die regionalen und lokalen Kleinbauern und Handwerker zugunsten billigerer Produkte aus dem anonymen und globalen Markt.