Marktformen wie die freie Marktwirtschaft
Nach Adam Smith, der zwischen 1723 und 1790
lebte, werden Produktion und Konsum vom Markt und den heute
bekannten Marktformen gesteuert. Der Staat habe nur indirekten
Eingriff auf den Markt, indem er eine Gesetzesordnung schafft oder
öffentliche Güter bereitstellt. Diese öffentlichen Güter können
durchaus auch Dinge sein wie Frieden, saubere Luft, aber auch
Straßen oder Abwasseranlagen. Nach Adam Smith führt das
Eigeninteresse zum Allgemeinwohl, auch wenn der Einzelne dies nicht
beabsichtigte. Der Spruch: „Wenn jeder an sich denkt, dann ist an
alle gedacht.“, bekommt bei Smith eine tatsächliche Wahrheit
zugesprochen. Die „unsichtbare Hand“ des Marktes hält demnach durch
den Angebot- Nachfrage-Mechanismus alles im Gleichgewicht. Max
Weber lebte zwischen 1864 und 1920 und benannte seine
Zweck-Mittel-Kalkül-These in seiner Theorie des rationalen
Handelns, nach welcher Produzenten und Konsumenten rational
agieren. Zentrale Merkmale für die Freie Marktwirtschaft als eine
der beiden wichtigen Marktformen sind: Vertragsfreiheit,
Gewerbefreiheit, Konsumentenfreiheit, Berufsfreiheit und
Privateigentum, weiterhin die Gleichgewichtsfunktion, die durch das
Wirken von Angebot und Nachfrage gegeben ist, dann der freie
Marktzugang für Produzenten und Konsumenten und ein freier
Wettbewerb sowie eine Konkurrenz, die zu einem besseren
Preis-Leistungs-Verhältnis führt.
Marktformen wie die soziale Marktwirtschaft
Nach dem zweiten Weltkrieg wurde in
Westdeutschland die Soziale Marktwirtschaft ins Leben gerufen. Sie
unterscheidet sich als eine der beiden Marktformen wesentlich von
der freien Marktwirtschaft. Maßgeblich gestaltet wurde sie von
Alfred Müller Armack und dem CDU-Wirtschaftsminister und späteren
Bundeskanzler Ludwig Erhard. Es handelt sich um eine
Marktwirtschaft, welche durch regulierende Maßnahmen und
wettbewerbspolitische Regelungen ergänzt wurde. Auf diesem Wege
wollte man der Bildung von Kartellen und Monopolen entgegenwirken.
Ideengeschichtlich basierte die Soziale Marktwirtschaft auf dem
Neoliberalismus und dem Ordoliberalismus des Walter Eucken. Bis
heute ist sie Bestandteil der Bundesrepublik Deutschland. Bei der
Sozialistischen Marktwirtschaft handelt es sich um eine
Wirtschaftsordnung, welche eine dezentrale Planung beinhaltet, bei
der allerdings die Produktionsmittel zentralistisch organisiert
werden. Die Produktionsmittel sind Gemeineigentum. Der Unterschied
zum Sozialismus liegt darin begründet, dass dort die Planung
zentral erfolgt. Bei der Freien Marktwirtschaft sind allerdings die
Produktionsmittel in privater Hand und nicht in öffentlicher, was
sich von der Sozialen Marktwirtschaft unterscheidet. Im Großen und
Ganzen steckt jedoch hinter beiden Marktformen die Absicht, die
Bürgerinnen und Bürger und auch ihre
Gesundheit und ihr
Wohlbefinden zu erhalten.
Marktformen als Mittel der Bedürfnisbefriedigung
Die Marktwirtschaft bezeichnet eine Bedürfnisbefriedigung über
den Markt. Man kann sagen, dass die Nachfrage der Konsumenten durch
die Produkte der Unternehmen und Produzenten bedient wird.
Inwieweit man den Kapitalismusbegriff mit der Marktwirtschaft in
Verbindung bringt, hängt von der Perspektive ab. Gregory Mankiw war
der Meinung, dass der Kapitalismus eine Marktwirtschaft mit einem
Privateigentum an Produktionsmitteln darstellt. Das heißt, es
besteht keine Planwirtschaft und die Produzenten finanzieren sich
selbst. Eine andere Ansicht ist, dass der Kapitalismus von den
Eigentumsverhältnissen der Produktionsmittel abhängt, was aus einer
Marktwirtschaft eine sozialistische Marktwirtschaft werden lassen
kann. Demnach ist ein Kapitalismus möglich, der eine, wie gesagt,
sozialistische Marktwirtschaft zulässt, wobei der Markt
durchgeplant ist. Auf der anderen Seite stünde dann der
Kapitalismus ohne Marktwirtschaft, wo die finanziellen Mittel die
einzige zentralverwaltungsartige Komponente darstellen. Alles in
allem sind diese beiden Marktformen für den Markt und die
Wirtschaft in der heutigen Zeit unerlässlich.